K.G. EULENSPIEGEL EUPEN

Historie

Geschichte

Die Ursprünge der heutigen Karnevalsgesellschaft „Eulenspiegel“ finden wir in den Nachkriegsjahren. Noch waren die Wunden, die der zweite Weltkrieg hinterlassen hatte, nicht ausgeheilt, noch war die Sorge um die Existenz größer als der Wunsch, zu feiern, als am 19. März 1948 jene fröhliche Menschen des Kegelclubs „Pourquoi pas“ eine neue Karnevalsgesellschaft gründeten.
Mit Till Eulenspiegel – als „Schutzpatron“ – griffen die Gesellschaftsgründer auf mittelalterliches Brauchtum und auf demokratische Emanzipationsbestrebungen zurück. Mit Spiegel und Schellenmütze ausgestattet äußert er den kritischen Spott des neuzeitlichen Bürgers gegenüber einer bornierten Obrigkeit – und das im Gewand eines Hofnarren aus der Ritterzeit. Mit der Namensgebung „Eulenspiegel“ wurde nicht nur eine unverwechselbare und geeignete Bezeichnung der Gesellschaft gefunden, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte geschaffen.

Die 16 Gründungsmitglieder - darunter auch einige Frauen - machten sich zur Aufgabe, den Menschen die Fröhlichkeit wiederzubringen und ihnen einen närrischen Zerrspiegel vorzuhalten, damit sich jeder wieder selbst erkennen könne.

Das Kurhotel Pauquet konnte anlässlich des 11. im Elften 1948 die Massen kaum fassen, die sich eingefunden hatten, um die neue Gesellschaft aus der Taufe zu heben. Als erster Sitzungsleiter fungierte Prinz Willy II. (Rutté) von der ersten Eupener KG „Die 22er“, der letzte Vorkriegsregent des Jahres 1939.

Den Eulenspiegel, als eigentlichen Mittelpunkt der neuen Gesellschaft, verkörperte damals Adolf Ingenmey mit Bravour. Erster Präsident wurde Willy Reul.

Schon einige Monate später stellten die „Eulen“ – fortan so im Volksmund genannt – mit Joseph II. (Ortmann), 1949 schon ihren ersten Narrenherrscher. Seither schlüpften noch weitere elf Faschingsregenten im Eupener Nachkriegskarneval aus dem „Eulennest“:
Leo I. (Müllender) 1953, Helmut I. (Schumacher) 1954, Edgar I. (Pauquet) 1962/63,
Paul Werner I. (Lennertz) 1968, Roger I. (Franssen) 1976, Hans III. (Wertz) 1981,
Rolf I. (Bodem) 1988, Jean-Marie I. (Van den Broecke) 1997,
Werner III. (Baumgarten) 2003, Lothar I. (Hermanns) 2011 und Oliver I. (Krings) 2018.

Immer wieder verstand es Präsident Willy Reul, der 1966 durch Hubert Pitz abgelöst wurde, seine „Eulen“ zu ermutigen und zu weiteren Taten anzufeuern. Zwar sind bei den großen Sitzungen der KG Eulenspiegel im Laufe der Jahre fast alle Größen des lokalen, regionalen und rheinischen Karnevals aufgetreten, doch gingen aus dem „Eulennest“ auch einige Talente hervor. Die „Singenden Eulen“, das „Eulen-Trio“, die Büttenredner Robert “Hut” Soiron, Rolf Bodem und Roger Franssen, wie auch der traditionelle „Eulen-Sketch“ waren seinerzeit feste Grössen im Eupener Karneval.

Eulen-Sitzungen
Bis zu seiner Bürgermeister-Nominierung 1977 leitete Eulenmitglied Fred Evers die Sitzungen, der aber dieses Amt an Roger Franssen abgab. Seitdem führte Roger Franssen ganze 33 Jahre lang (bis 2011) durch das Programm aller “Eulen”-Sitzungen. Heute teilen sich Reiner Neycken, Rolf Bodem und Lothar Hermanns diese Aufgabe.

Robert Soiron und Reiner Gaspers hatten 1966 die „Wahnsinnsidee“ eine Herrensitzung durchzuführen – eine Eulenveranstaltung, die trotz aller Skepsis am 20.11.1966 ein voller Erfolg wurde und auch heute immer noch aus dem Eupener Karneval kaum wegzudenken ist.

Unter dem Vorsitz von Ex-Prinz Paul Werner I. (1987 bis 1998) gesellt sich unterdessen seit 1991 ebenfalls eine hochkarätige Damensitzung hinzu.

Die Jährliche Prunksitzung am Vorabend des Elften im Elften ist stets Höhepunkt im Eulennest, welches nach Pauquets Kurhotel, dem Koch’schen Saal und dem Capitol, seit 2013 eine Bleibe in der Ketteniser Sport- und Festhalle gefunden hat.

Über viele Jahre hinweg wurden sämtliche Sitzungen von den bestbekannten Kapellen “Hardy von den Dreisch” (später Matthes Dick) und Jaak Thielens mit seiner “Brazil Band” musikalisch untermalt. Seit 2013 schwingt die “Colonia Bigband” unter Manfred Krombach das musikalische Zepter.

Rosenmontagszug
Seit eh und je sind die Eulenspiegel fester Bestandteil des Eupener Rosenmontagszuges. Jahr für Jahr stellen sie eine imposante und farbenprächtige Gruppe dar.
Viele Kostüme, oft in letzter Minute beschlossen, wurden über drei Jahrzehnte von Frau Gaspers mustergültig angefertigt. Heute sind es mehrere Vereinsmitglieder - allen voran Eulen-Präsident Rolf Bodem - die sich für neue Ideen bemühen und über Jahre hinweg einigen Eulen-Frauen wahre Nähkünste entlockten.

Den fleissigen Händen handwerklich begabter Mitglieder ist es zu verdanken, dass Jahr für Jahr ein schmucker Wagen in Eigenregie gebaut werden kann, der im Rosenmontagszug die farbenprächtige Fussgruppe begleitet.

Die Präsidenten
Herbert Hermanns, der von 1972 bis 1987 ununterbrochen die Geschicke der Gesellschaft mit Leib und Seele leitete, brachte der Organisation und der Durchführung der „Eulenspiegeleien“ unentwegt neu Impulse.
Nach seinem plötzlichen Tod in der Nacht zum Veilchendienstag 1987 übernahm Ex-Narrenregent Paul Werner Lennertz die Führung der Gesellschaft. Nach der Philosophie, “was nichts kostet, ist auch Nichts”, zeichnet er sich bis heute für die Programme aller Sitzungen verantwortlich. “Nur mit wahren Spitzenkräften” ist das heutige Publikum noch in die Säle zu locken und dies zwingt die Eulen des öfteren umzudenken und nach massgerechteren Strategien Ausschau zu halten - ein fruchtendes Konzept, welches mittlerweile selbst eingesessene kölnische und euregionale Karnevalsfans zu den grossen Saalveranstaltungen der KG Eulenspiegel lockt.

Seit 1998 zieht der ehemalige Eulen-Narrenherrscher, Rolf Bodem, die Fäden unserer Gesellschaft. Sein jugendlicher Elan hat viele Spuren hinterlassen, betrachtet man nur gelegentlich den, sich vollzogenen Generationswechsel.

6 x 11 Jahre
2014 feierte die Gesellschaft ihr 6 x 11 jähriges Bestehen. 66 Jahre gingen vorüber, in denen die Eulen viel Freude schenken konnten. All die lieben Erinnerungen sind uns gleichzeitig Verpflichtung für ein weiteres Schaffen und Bemühen, unseren Mitmenschen frohe Stunden zu bereiten.
Im Jubiläumsjahr zählte die Gesellschaft 36 - meist jugendliche - aktive Mitglieder.

Bei aller Arbeit hoffen und wünschen wir uns, dass der Humor nie zu einer ernsten Sache wird und letztendlich immer unterhaltsam, vergnüglich und spaßig bleibt.
 

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